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Sticky Prism
Martin Esteves

Vernissage: Freitag, 17. Oktober, 2008, 19 Uhr
18. Oktober - 15. November, 2008
Do, Fr, Sa, 15-19 Uhr



Schalter freut sich, den New Yorker Maler Martin Esteves und Sticky Prism anzukündigen. Für die Ausstellung schafft Esteves eine collagenartige Installation seiner Bilder und bearbeitet die Fenster des Ausstellungsraums mit Kunststofffolie, was einen kathedralen Effekt kreiert.

Martin Esteves malt mit Acrylfarbe auf schweren Plastikplatten. Viele seiner Bilder beschichtet er in umgekehrter Reihenfolge, indem er die Highlights zu Beginn und die Basisformen am Ende aufträgt. Das fertige Bild wird schließlich umgekehrt präsentiert – entweder indem das Bild umgedreht wird, was die Pinselstriche hinter der glatten Plastikoberfläche offenbart – oder indem die Farbe selbst sich vom Kunststoff ablöst und direkt an die Wand gehängt wird. Diese Technik stellt die Handwerkskunst der Arbeit heraus und schmälert gleichzeitig ihren Wert, während sie dem Betrachter Raum gibt, seine eigenen Schlüsse zu ziehen.

Esteves' Bildinhalte laden den Betrachter ein, das Vertraute von neuem zu konfrontieren. So bietet eines seiner Bilder den Blick auf jemanden, der für ein Foto Modell steht – doch die traditionelle Dichotomie ist verdreht, da ein männlicher Taucher für eine barbusige Blondine posiert, welche sich aus unserer Perspektive dreht. In einem anderen Bild wird Frauenhaar zu galoppierenden Pferden. Die erzeugten Spannungen sind denen ähnlich, die Esteves mit seiner Technik andeutet. Das Krasse begegnet dem Aufrichtigen, das Alltägliche und Heilige konfrontiert das Obskure und Obszöne, nur dann noch einmal von innen nach außen gedreht zu werden.

Martin Esteves lebt und arbeitet in Brooklyn, New York. Seine Arbeiten wurden in Nordamerika vielfach gezeigt, u.a. in New York, Chicago und San Francisco. Seit 2004 wird Esteves von Hudson Franklin in New York repräsentiert. Dies ist seine erste Einzelausstellung in Deutschland.

Der 2006 gegründete Projektraum Schalter ist eine nicht kommerzielle Plattform, auf der aktiv über Kunst, Ausstellungen, deren Entstehung und Kontext nachgedacht wird. Der Projektraum wurde in dem Glauben gegründet, dass Ausstellungen selbst als eigene Kunstform existieren und funktionieren. Dabei hinterfragt Schalter die traditionellen Kategorien von Künstler und Kurator, Ausstellung und für sich allein stehender Kunst sowie das Verständnis von Kontext, Bedeutung und Autor.