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piercednightstarvoice
Mark Booth

Opening: Friday, 9th April, 7 p.m.
10th April – 22nd May, 2010
Thu, Fri, Sat, 3-7 p.m.



Schalter ist erfreut, eine Ausstellung des in Chicago lebenden Künstlers Mark Booth anzukündigen: piercednightstarvoice besteht aus drei Komponenten – einer Textinstallation auf der Wand, Zeichnungen und einer zweikanaligen Soundarbeit. Die Arbeiten entstanden speziell für die Präsentation im Schalter.

Mark Booths spontan entstehende Zeichnungen und Malereien beinhalten oft Fragmente der erzählenden Sprache, wie zum Beispiel A CATEGORY OF FLAMES SUCH AS THE CATEGORY OF TALKING FLAMES OR NON-TALKING FLAMES oder SMALL RINGING TEETH. Die Texte erscheinen häufig in sprechblasenähnlichen Gruppen oder als isolierte Redensarten, umgeben von kräftigen Farben. Sie sind gleichermaßen abstrakt und direkt, beiehen sich in lebhaften, konkreten Details auf oft irreal Wirkendes und erlauben Fehler und Ungenauigkeiten wie geschwärzte Buchstaben oder seltsame Zeilenumbrüche. Die Wandtexte im Schalter sind Teil einer größeren Serie von Flora- und Fauna-Arbeiten, die das Thema von Mensch und Natur in handgeschnittenem Vinyl erforschen.

Die Soundarbeit 'In the event that the stag horn fern becomes metallic and that each of its bifurcating leaves rings like a tuning fork’ ist ein bewusst unbefriedigender Versuch, sich dem Gesang einer Zikade anzunähern. Mit einer präparierten akustischen Gitarre bemüht sich der Künstler, die dröhnenden Klangwellen des Insekts nachzuahmen. Gitarrensaiten wurden dafür elektronisch in Vibration versetzt, das geräuschvolle Dröhnen wird unterbrochen und durch verschiedene Objekte verformt. Die Rythmen werden begleitet von „uvularem Trillern” – sanften Klicks und Vibrationen, die im Hinteren des menschlichen Halses entstehen. Die Arbeit spielt mit dem Wunsch, etwas zu sein, was man nicht ist – hier konkret: eins der liebsten geräuscherzeugenden Insekten des Künstlers.

Unabhängig vom verwendeten Medium stellt Booth das Kreative, Spielerische in den Vordergrund und lädt sich und sein Publikum dazu ein, neue Formen von Ästhetik zu erfahren und unserer Fähigkeit für Vergnügen und Verwunderung zu frönen.

Mark Booth ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler, Performer und Dichter. Im Kern seiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit Sprache, Sound und der Komplexität von Wahrnehmung. Er päsentierte seine Arbeiten vielfach in den USA und Europa. Mark Booth unterrichtet an der School of the Art Institute of Chicago und wird von Dan Devening Projects and Editions in Chicago vertreten.

Der 2006 gegründete Projektraum Schalter ist eine nicht kommerzielle Plattform, auf der aktiv über Kunst, Ausstellungen, deren Entstehung und Kontext nachgedacht wird. Der Projektraum wurde in dem Glauben gegründet, dass Ausstellungen selbst als eigene Kunstform existieren und funktionieren. Dabei hinterfragt Schalter die traditionellen Kategorien von Künstler und Kurator, Ausstellung und für sich allein stehender Kunst sowie das Verständnis von Kontext, Bedeutung und Autor.